Berichte & Studien

Intraoperative Ozonanwendung

zur Verbesserung der Wurzelspitzenresektionergebnisse


Die Wirkung von Prozone zur Verbesserung von Wurzelspitzenresektions-ergebnissen wurde nun in einer Studie von V. E. Karapetian, J. Nickenig, M. Herrera, et al., Interdisziplinäre Poliklinik für Orale Chirurgie und Implantologie und Klinik und Poliklinik für Mund- Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universität zu Köln, getestet.

Studiendetails

Ziel:

Die Wurzelspitzenresektion (WSR) eines Zahnes ist grundsätzlich als letzte zahnerhaltende Maßnahme anzusehen, wenn vorangegangene Behandlungen wie eine Wurzelbehandlung nicht den gewünschten Erfolg zeigen. Der Erfolg einer Wurzelspitzenresektion liegt laut Literatur zwischen 75-90%. Jedoch kann es auch bei exakt durchgeführten chirurgischen Eingriffen trotzdem zum nicht Ausheilen kommen.

Diese Pilotstudie soll zeigen, ob eine Steigerung der WSR-Erfolgsrate durch die intraoperative Anwendung von Ozon zur periapikalen Desinfektion erreichbar ist. Zudem soll sekundär die Reduktion des postoperativen Schmerzes und der postoperativen Schwellung nach WSR beurteilt werden.

Studienaufbau:

Insgesamt wurden 58 Patienten mittels WSR therapiert. Dabei wurde bei 29 Patienten die intraoperativ Desinfektion der periapikalen Region nach erfolgter WSR und des retrograd aufbereiteten Wurzelkanals mittels Ozongas für 48 Sekunden (Prozone, W&H) durchgeführt. Anschließend erfolgte die Spülung mit physiologischer Kochsalzlösung.
Bei den übrigen 29 Patienten wurden die Wurzelspitzenresektionen mit dem gleichen chirurgischen Vorgehen durchgeführt, jedoch erfolgte keine periapikale Desinfektion mit Ozon, sondern ausschließlich die Spülung mit physiologischer Kochsalzlösung.

Desinfektion mit Ozongas
Abb. Desinfektion mit Ozongas

Die postoperative Kontrolle stellte sich wie folgt dar:

  • Postoperative Röntgenkontrolle (digitaler Zahnfilm)
  • Recall 1: Telefonisch am 1. Tag +/- 1Tag post-OP, postoperative Schmerzbeurteilung mittels Schmerzskala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (sehr starker Schmerz)
  • Recall 2: Am 7-10. Tag +/- 1Tag post-OP, Nahtentfernung und klinischen Beurteilung der Weichgewebs-, Schmerz- und Schwellungssituation
  • Recall 3: 3 Monate post-OP, klinischen Beurteilung der Weichgewebs-, Schmerz- und Schwellungssituation, Röntgenkontrolle (digitaler ZF).

Resultate:

Bei der postoperativen Schmerzkontrolle am 1. Tag +/- 1 und am 7.-10. Tag +/-1 zeigt sich in der Gruppe mit intraoperativer Ozonanwendung eine deutliche Reduktion des postoperativen Schmerzes am 1. und 7.-10 postoperativen Tag im Vergleich zur Patientengruppe ohne intraoperative Ozonanwendung.

Schmerzsensation mit und ohne Ozondesinfektion intraoperativ

Auch hinsichtlich der Schwellung am 7. postoperativen Tag lässt sich eine eindeutige Verbesserung erkennen.

Schwellung 1. postoperativer Tag Ja/Nein Entscheidung

Die Beurteilung des Röntgenzahnfilmes nach 3 Monaten erfolgte ebenfalls nach dem Ja/Nein Prinzip. Ja stand für: Apikale Aufhellung sichtbar. Nein stand für: Keine Apikale Aufhellung sichtbar.

Apikale Aufhellung 3 Monate postoperativ (Ja/Nein Entscheid)

Schlussfolgerung:

Die Wurzelspitzenresektion mit der intraoperativen Ozon-Anwendung zur Dekontamination des OP-Situs ist eine schnelle und praktikable Methode in der Anwendung. Eine Verbesserung in der Reduktion der post-operativen Schmerz- und Schwellungssituation konnte aufgezeigt werden.
Die letztendliche Therapieverbesserung zeigt sich jedoch in der Langzeitüberlebensstatistik eines wurzelspitzenresizierten Zahnes. Diese Studie konnte eine Tendenz aufzeigen, dass die intraoperative Anwendung von Ozon bei der WSR eine Therapieverbesserung andeutet.

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