Berichte & Studien

Rauchen beeinflusst auch die Erhaltungsphase!

In einem früheren Bericht (Rauchen & Parodontitis ) wurden die schwerwiegenden Auswirkungen von Rauchen auf das Parodont ausgeführt, doch wie verhält sich das Parodont eines/einer Rauchers/Raucherin gegenüber jenem eines/einer Nicht-Rauchers/Nicht-Raucherin in der parodontalen Erhaltungsphase nach der aktiven Parodontaltherapie?

Zwei brasilianische Forscher (Costa & Cota 2019) haben sich mit dieser Fragestellung beschäftigt und dafür die Ergebnisse von 142 PatientInnen in der parodontalen Erhaltungstherapie über einen Zeitraum von 6 Jahren in Bezug auf deren Raucherstatus verglichen. Alle PatientInnen kamen in den 6 Jahren mindestens einmal jährlich zur parodontalen Erhaltungstherapie. In Bezug auf den Raucherstatus ließen sich die PatientInnen wie folgt aufteilen:

  • 95 Nicht-RaucherInnen
  • 22 Ex-RaucherInnen
  • 25 RaucherInnen

Ein „parodontales Rezidiv“ wurde als Stelle mit einer Sondierungstiefe ≥ 4 mm und einem klinischen Attachmentverlust ≥ 3 mm in Verbindung mit Blutung auf Sondieren und/oder Pusaustritt definiert.

Nach 6 Jahren parodontaler Erhaltungstherapie zeigten sich folgende Ergebnisse:

  • Die Häufigkeit in Prozent für ein parodontales Rezidiv lag bei Nicht-RaucherInnen, Ex-RaucherInnen und RaucherInnen bei 44, 68 und 80 %.
  • Unter Berücksichtigung anderer relevanter Faktoren zeigte sich bei Ex-RaucherInnen und RaucherInnen im Vergleich zu Nicht-RaucherInnen ein 3- und 6-fach erhöhtes Risiko für ein parodontales Rezidiv.
  • Auch das Risiko für ein parodontales Rezidiv von RaucherInnen im Vergleich zu Ex-RaucherInnen war signifikant 2,5-fach erhöht.
  • Je höher die Anzahl der Pack-Years* war, umso höher war das Risiko für ein parodontales Rezidiv.
  • Umso länger die Ex-RaucherInnen bereits nicht mehr rauchten, umso geringer wurde das Risiko für ein parodontales Rezidiv.

Diese Studie zeigt sehr eindeutig, dass sowohl RaucherInnen als auch Ex-RaucherInnen nach einer an sich erfolgreichen Parodontaltherapie ein deutlich höheres Risiko haben, ein Rezidiv zu erleiden und somit erneut einen parodontalen Behandlungsbedarf aufzuweisen!

* Tip!
Die Pack-Years bei RaucherInnen werden anhand folgender Formel berechnet:
Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag dividiert durch 20 und multipliziert mit der Anzahl an Jahren seit Rauchbeginn. Beispielsweise ein Raucher, der 30 Zigaretten pro Tag seit 5 Jahren raucht, weist 7,5 Packyears auf (30/20*5).

Referenz

  1. Costa FO, Cota LOM. Cumulative smoking exposure and cessation associated with the recurrence of periodontitis in periodontal maintenance therapy: A 6-year follow-up. J Periodontol. 2019;90:855–865. https://doi.org/10.1002/JPER. 18-0635

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